Marion's Interview
- Die Russin 1994 und der Pole 1990. Die Russin ist also 20 und ihr Freund 22 Jahre.
- Das Maedchen durch den Alltag, z.B. Guten Morgen; der Junge von seiner Oma in Polen.
- Zunaechst fanden sie nicht genug Unterstuetzung, vorallem nicht von deutschen Mitschuelern. Sie wurden kaum von ihnen beachtet und unterhielten sich dann in ihrer Heimatsprache mit anderen Aussiedlern. Die Lehrer waren groestenteils sehr hilfsbereit.
- von Mitschuelern, Bekannten, Verwandten, deutschen Freunden und Lehrern.
- Schreiben und Grammatikl
- Die Russin hat interessanterweise kein bestimmtes Buch benutzt in ihrer Freizeit sonder hat immer Freunde nach der Bedeutung eines Wortes gefragt. Sie hat Buecher der russischen Literatur auf deutsch gelesen (Krieg und Frieden). Der Pole hat von seiner Deutschlehrerin ein Buch, dessen Name er nicht mehr wusste, empfohlen bekommen.
- Foerderschule fuer Aussiedler fuer mindestens 6 Monate
- Volkshochschule
- direkter Besuch einer "normalen" Schule, z.B. Hauptschule
- Deutsch lernen durch Bekannte, Verwandte und Freunde
- Als Aussiedler bekommt man von der Stadtverwaltung einen Bescheidt,
welche Moeglichkeiten es gibt, deutsch zu lernen. Die Eltern erfahren so,
dass ihre Kinder, wenn sie im schulpflichtigen Alter sind, an einer Schule
angemeldet werden muessen. Auch die Eltern selbst muessen, sofern sie nicht
schon deutsch sprechen, an einem Sprachkurs teilnehmen, wenn sie einen
Arbeitsplatz suchen.
- "Ja, doch zunaechst sucht man sich Personen, die aus demselben Land
kommen, um sich besser verstaendigen zu koennen." Der Pole teilte mir mit,
dass es in seiner Klasse 2 Polinnen gab, die aber nicht mit ihm geredet
haben.
Die Russin gab offen zu, da sie in Deutschland mehr russische als deutsche
Freunde hat. Ihr Freund hat ungefaer gleich viele Deutsche wie Polen als
Freunde.
- Beide fanden die Unterrichtsstunden "ganz gut". Die Russin bevorzugte
Faecher, wie Mathe und Geschichte. In Englisch und Wirtschaft hatte sie
Schwierigkeiten. Das Lieblingsfach des Polen war Sport.
- Beide meinten, da die Lehrer sehr hilfsbereit waren, obwohl es einige
Ausnahmen gab.
- Ueber die Unterrichtsmethoden konnten sie mir nicht viel erzaehlen,
ausser,dass das Unterrichtstempo langsam war, manchmal zu langsam, und sie
oft mit Buechern gearbeitet haben.
Der polnische Junge hatte in der Schule oft Angst, aufzuzeigen. Die Lehrer
haben ihm geraten, nach der achten Klasse abzugehen und sich eine Arbeit zu
suchen. Das fande ich merkwuerdig, da die Schulpflicht in Deutschland
normalerweise erst mit der Beendigung der 10. Klasse aufgehoben ist. Aber
er hat dennoch ein Abgangszeugnis bekommen.
Ein Punkt, der eigentlich noch unter e) gehoert: Die Russin hatte grosse
Schwierigkeiten beim Uebersetzen vom Russischen ins Deutsche und umgekehrt.
Auch die Artikel, z.B. das Maedchen/die Maedchen, empfand sie schwierig.
- Der Koennensstand der Aussiedler in der Klasse war bei beiden sehr
unterschiedlich.
Am Schluss habe ich die beiden noch gefragt, ob sie in Deutschland bleiben
moechten. Die Russin meinte, sie haette in Russland aufgrund der
derzeitigen Krise keine Zukunft. Sie gab zu, dass sie oft ihre alten
Freunde in Russland vermisse, obwohl kein enger Kontakt mehr bestehe.
Der Pole wollte gerne in Deutschland bleiben, da er momentan eine
Umschulung als Modellbauer macht, die ihm grossen Spass bereitet.
Das russische Maedchen hat ihre mittlere Reife und macht nun eine
Ausbildung als Gestaltungstechnische Assisstentin.
Leider konnten mir die beiden nicht immer sehr viel zu den Fragen sagen.
Manchmal haben sie nicht genau verstanden, was ich von ihnen wissen wollte.
Dennoch war das Gespraech sehr interessant.