Marion's Interview

  1. Die Russin 1994 und der Pole 1990. Die Russin ist also 20 und ihr Freund 22 Jahre.
  2. Das Maedchen durch den Alltag, z.B. Guten Morgen; der Junge von seiner Oma in Polen.
  3. Zunaechst fanden sie nicht genug Unterstuetzung, vorallem nicht von deutschen Mitschuelern. Sie wurden kaum von ihnen beachtet und unterhielten sich dann in ihrer Heimatsprache mit anderen Aussiedlern. Die Lehrer waren groestenteils sehr hilfsbereit.
  4. von Mitschuelern, Bekannten, Verwandten, deutschen Freunden und Lehrern.
  5. Schreiben und Grammatikl
  6. Die Russin hat interessanterweise kein bestimmtes Buch benutzt in ihrer Freizeit sonder hat immer Freunde nach der Bedeutung eines Wortes gefragt. Sie hat Buecher der russischen Literatur auf deutsch gelesen (Krieg und Frieden). Der Pole hat von seiner Deutschlehrerin ein Buch, dessen Name er nicht mehr wusste, empfohlen bekommen.
  7. Als Aussiedler bekommt man von der Stadtverwaltung einen Bescheidt, welche Moeglichkeiten es gibt, deutsch zu lernen. Die Eltern erfahren so, dass ihre Kinder, wenn sie im schulpflichtigen Alter sind, an einer Schule angemeldet werden muessen. Auch die Eltern selbst muessen, sofern sie nicht schon deutsch sprechen, an einem Sprachkurs teilnehmen, wenn sie einen Arbeitsplatz suchen.
  8. "Ja, doch zunaechst sucht man sich Personen, die aus demselben Land kommen, um sich besser verstaendigen zu koennen." Der Pole teilte mir mit, dass es in seiner Klasse 2 Polinnen gab, die aber nicht mit ihm geredet haben. Die Russin gab offen zu, da sie in Deutschland mehr russische als deutsche Freunde hat. Ihr Freund hat ungefaer gleich viele Deutsche wie Polen als Freunde.
    1. Beide fanden die Unterrichtsstunden "ganz gut". Die Russin bevorzugte Faecher, wie Mathe und Geschichte. In Englisch und Wirtschaft hatte sie Schwierigkeiten. Das Lieblingsfach des Polen war Sport.
    2. Beide meinten, da die Lehrer sehr hilfsbereit waren, obwohl es einige Ausnahmen gab.
    3. Ueber die Unterrichtsmethoden konnten sie mir nicht viel erzaehlen, ausser,dass das Unterrichtstempo langsam war, manchmal zu langsam, und sie oft mit Buechern gearbeitet haben.

    Der polnische Junge hatte in der Schule oft Angst, aufzuzeigen. Die Lehrer haben ihm geraten, nach der achten Klasse abzugehen und sich eine Arbeit zu suchen. Das fande ich merkwuerdig, da die Schulpflicht in Deutschland normalerweise erst mit der Beendigung der 10. Klasse aufgehoben ist. Aber er hat dennoch ein Abgangszeugnis bekommen.

    Ein Punkt, der eigentlich noch unter e) gehoert: Die Russin hatte grosse Schwierigkeiten beim Uebersetzen vom Russischen ins Deutsche und umgekehrt. Auch die Artikel, z.B. das Maedchen/die Maedchen, empfand sie schwierig.

  9. Der Koennensstand der Aussiedler in der Klasse war bei beiden sehr unterschiedlich.

Am Schluss habe ich die beiden noch gefragt, ob sie in Deutschland bleiben moechten. Die Russin meinte, sie haette in Russland aufgrund der derzeitigen Krise keine Zukunft. Sie gab zu, dass sie oft ihre alten Freunde in Russland vermisse, obwohl kein enger Kontakt mehr bestehe. Der Pole wollte gerne in Deutschland bleiben, da er momentan eine Umschulung als Modellbauer macht, die ihm grossen Spass bereitet. Das russische Maedchen hat ihre mittlere Reife und macht nun eine Ausbildung als Gestaltungstechnische Assisstentin.

Leider konnten mir die beiden nicht immer sehr viel zu den Fragen sagen. Manchmal haben sie nicht genau verstanden, was ich von ihnen wissen wollte. Dennoch war das Gespraech sehr interessant.